TH_ABC_2 - Gefahrstoffaustritt

Einsatzbeginn


16.12.2021
13:17 Uhr

Stichwort


TH_ABC_2
Technische Hilfeleistung

Einsatzort


Rünthe, Emilie-Winkelmann-Straße

weitere am Einsatz beteiligte Kräfte


Fernmeldedienst Kreis Unna
Feuerwehr Hamm
Feuerwehr Lünen
Leitender Notarzt
Organisatorischer Leiter Rettungsdienst
Werkfeuerwehr Bayer AG

Einsatzbericht


Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Bergkamen wurde gegen 13 Uhr zu einem Gefahrstoffaustritt im Bereich des Industrie- und Gewerbegebiets im Ortsteil Rünthe gerufen.
Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte zeigte sich eine exotherme Reaktion des Gefahrstoffes Salpetersäure. Dies führte zu einer rotbraunen Dampfbildung, welche sich durch den vorherrschenden Ostwind in Richtung Stadtgebiet Hamm ausbreitete.
Die Erstmaßnahmen der Feuerwehr gestalteten sich in der großzügigen Räumung der umliegenden Gebäude sowie im Einflussbereich der Dampfwolke. Gleichzeitig wurde durch die Kreispolizeibehörde die Industriestraße voll gesperrt. Im Auftrag der Einsatzleitung wurde über die Kreisleitstelle eine Warnmeldung an die Bevölkerung abgegeben (NINA-App).
Im Einsatzbereich wurden mehrere Abschnitte gebildet.
Die Kräfte stellten den Brandschutz sicher. Hierfür wurde eine Wasserversorgung hergestellt und ein Bereitstellungsplatz mit drei unterschiedlich wirkenden Löschmitteln vorgehalten. Währenddessen wurde Material und Personal für einen Einsatz unter Chemikalienschutzanzug gesammelt und vorbereitet. Für die Dekontamination richtete die Feuerwehr Lünen einen Dekontaminationsplatz ein.
Aufgrund der erhöhten Anzahl der potentiell betroffenen Personen im Einzugsbereich wurde der Abschnitt „Medizinische Rettung“ mit mehreren Rettungswagen und Notärzten aufgebaut und betrieben. Mehrere Personen wurden gesichtet. Transporte in Kliniken waren jedoch nicht indiziert.
Die Einsatzleitung wurde durch einen Fachberater der Feuerwehr Lünen unterstützt. Auch in Rücksprache mit der betroffenen Firma des Entsorgungsunternehmens wurden die weiteren Maßnahmen abgeklärt. Aufgrund der Reaktionsfreudigkeit des Stoffes mit Wasser wurde taktisch sinnvoll abgewogen. Ein Niederschlagen der Dampfwolke sowie das Kühlen des Behältnisses hätten eine immense Schadensausbreitung am Boden zu Folge gehabt, sodass man sich dazu entschieden hat die chemische Reaktion unter Kontrolle der Umstände abzuwarten.
Dabei wurden in regelmäßigen Abständen Kontrollfahrten durch ein Messfahrzeug durchgeführt sowie die Thermik des Behältnisses geprüft. Hierfür wurden bis weit in den Freitag hinein Einsatzkräfte im Schichtrhythmus vorgehalten, bis die Entsorgungsfirma mit ihren Fachkräften den Gefahrstoff umfüllen und entsorgen konnte.

Einsatzbilder


Einsatzkarte