Tagesmütter informieren sich im Rünther Gerätehaus über Vorbeugenden Brandschutz

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Brandschutzerziehung gehört in Kindergärten und Grundschulen zum Standardprogramm. Dort sind die Bergkamener Feuerwehrleute regelmäßig zu Gast. Doch wie sieht es bei Tagesmüttern und -vätern aus? Um auch deren Wissen auf den aktuellen Stand zu bringen, bot der Verein für familiäre Kindertagesbetreuung im Rahmen der monatlichen Themenabende eine entsprechende Weiterbildungsmöglichkeit an.

vorbeugender brandschutzIn den neuen Räumen der Löschgruppe Rünthe stellte Löschgruppenführer Dirk Kemke schnell fest, dass die 13 interessierten Frauen und Männer das Wichtigste schon kannten: Den Unterschied von 110 (Polizei), 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst) und 116 117 (ärztlicher Notdienst). „Es gibt viele, die das nicht wissen“, erklärte Kemke und appellierte an seine Zuhörer, diese Nummern auch mit den Kindern zu üben. Auch das Absetzen eines Notrufes könnte „ganz nebenbei im Spiel“ geübt werden. „Wenn es mit den Matchbox-Autos einen Unfall gegeben hat, dann tut man so, als ob man bei der Leitstelle anrufen würde.“ Kinder sollten daher immer ihren Namen und den Ort kennen, an dem sie sich gerade befinden. „Vor allem dürfen sie nicht eher auflegen, als wir es ihnen sagen“, erklärte Kemke, der selbst in der Kreisleitstelle in Unna arbeitet. Geübte Kinder spulten ihren Text nämlich so schnell ab, dass man oft nicht hinterherkäme. Nachfragen - und das gelte auch für Erwachsene - müssten zwingend abgewartet werden. Denn innerhalb von 90 Sekunden, so Kemke, müssten die Disponenten in der Leitstelle alle wichtigen Informationen bekommen, um die zeitlichen Vorgaben der Rettungskette einhalten zu können.

Leuten in Uniform trauen

Auch alternative Möglichkeiten, wie Kinder Hilfe holen könnten, sollten besprochen werden. „Auf dem Spielplatz haben sie nicht zwingend ein Handy dabei“, argumentierte Kemke. Dass Kinder fremde Leute ansprechen sollen, sei natürlich ein kritisches Thema, „aber sie müssen wissen, dass sie Leuten in Uniform, Bus- oder Taxifahrern vertrauen können“, so Kemke.

Den größten Teil der Weiterbildungsveranstaltung nahm jedoch das Verhalten im Brandfall ein. Rauchmelder waren daher ein Thema, auf das Kemke immer wieder zu sprechen kam. Vor allem in der Nacht, wenn statistisch betrachtet die meisten Feuer ein tragisches Ende nähmen, seien die „Alarm-Wecker“, wie Kemke sie nannte, unentbehrlich. „Rauchgase sind giftig, haben eine betäubende Wirkung - und in der Tiefschlafphase funktioniert der Geruchssinn des Menschen nicht“, erklärt Kemke. Ein Großteil der Brandopfer ersticke daher.

Rauchmelder sollten jedoch nicht nur sinnvoll platziert, monatlich kontrolliert und regelmäßig mit frischen Batterien bestückt werden, auch ihr Haltbarkeitsdatum muss überprüft werden. „Die Melder dürfen nur zehn Jahre hängen“, erklärte Kemke, dass auf das Verfallsdatum geachtet werden müsste. Und beim Kauf, so Kemke, sei nicht der Preis entscheidend, sondern die Zertifizierung. Auf das VdS-Zeichen sollte jeder achten.

Ein weiteres Problem des Rauches ist seine Undurchsichtigkeit. „Üben Sie daher mit den Kindern, sich im Dunkeln in der Wohnung zurecht zu finden. Machen auch Sie sich Gedanken, wo Fluchtwege sind, wenn das Treppenhaus verraucht ist.“ Wer seinen Fluchtinstinkt in einer solchen Ausnahmesituation unterdrücken könne, sollte in der Wohnung gut sichtbar an einem geöffneten Fenster warten. Türen für Kontrollblicke sollten nur einen Spalt geöffnet und eine Flucht nur krabbelnd angetreten werden. Rückt dann die Feuerwehr an, sollte man ihr den Grundriss der Wohnung erklären können - und auf Schiebetüren hinweisen, die Feuerwehrleute sonst versehentlich mit Schranktüren verwechseln könnten.

Auch den Umgang mit Feuer sollten Kinder unter der Aufsicht von Erwachsenen üben. „Im Kindergarten weiß jedes Kind, wo zuhause Streichhölzer und Feuerzeuge liegen - und was verboten ist, ist spannend.“ Die Kinder sollten die Gefahren daher kennen lernen.

„Es war ein interessanter Abend“, bilanzierte Kordula Plancke, Fachberaterin beim Verein für familiäre Kindertagesbetreuung. „Wir haben viel Interessantes gehört, das für uns nicht selbstverständlich war.“ Im Rahmen einer Führung durch das neue Feuerwehrgerätehaus erklärte Kemke den Besuchern auch die Arbeit der Feuerwehrleute und welche Hilfsmittel sie benutzen. (Quelle: Westfälischer Anzeiger - tat)