Löschzug 3 und Feuerwehr aus Niederaden übten in Schreinerei

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20150622uebing schreinereiUnklare Rauchentwicklung und sechs vermisste Personen in einer großen Schreinerei – mit dieser Situation mussten am Freitagabend knapp 50 Feuerwehrleute klar- kommen.

Zuerst waren die Mitglieder der Löschgruppe Oberaden am Einsatzort in der Straße Am Alkenbach, nur wenig später trafen auch die Feuerwehrfahrzeuge aus Heil und Niederaden mit der notwendigen Verstärkung ein.

Firmeninhaber Uwe Schäfer nahm die Wehrleute in Empfang und stellte sich den Standard-Fragen von Einsatzleiter Jens Möllmann. In welchem Gebäudeteil war was passiert? Wo gab es Zuwege für die Einsatzfahrzeuge? Gab es im Gebäude gefährliche Substanzen wie Lacke, Lösungen oder Ähnliches? Uwe Schäfer antworte ruhig und gelassen – nicht, weil er selbst einmal aktiver Feuerwehrmann gewesen war, sondern weil es sich bei dem Szenario zum Glück nur um eine Übung handelte.

Schäfer hatte sich gewünscht, dass die Feuerwehr einmal zu einer Übung zu ihm kommt – und die Wehrleute nutzten die Chance, sich mit dem neu gebauten Gebäude und den aktuellen Gegebenheiten vertraut zu machen. So war ein Hauptbestandteil der Übung neben der Menschenrettung das Lesen der vorhandenen Gebäudepläne. Die zeigten deutlich, dass sich in der großen Halle eine Empore befindet, die im hinteren Teil über eine Treppe zugänglich ist. Ebenfalls bewährte sich das stadtweit installierte Schlüsselkastensystem, mit dem sich die Feuerwehr zu unterschiedlichen Firmengeländen problemlos Zugang verschaffen kann.

Kaum war die Feuerwehr vorgefahren und hatte die Lage sondiert, da öffnete der erste Trupp auch schon das Tor und ermöglichte den nachrückenden Kräften die sofortige Zufahrt mit den großen Löschfahrzeugen. Der Teleskopmast nahm seitlich der Halle Aufstellung, die Löschgruppe Niederaden fuhr um die Halle herum – was sich als schwieriger als erwartet herausstellte. Die Zufahrt war schmal, die Krone eines vergleichsweise noch kleinen Baumes ragte halb in sie hinein. Doch mit der Hilfe der Kameraden, die das Einweisen übernahmen, wurde das Ziel erreicht.

Währenddessen hatten die ersten Trupps unter Atemschutz schon einen Teil des stark verrauchten Gebäudes durchsucht und die ersten vermissten Personen gefunden. Fünf realistisch schwere Puppen sowie ein Mitglied der Jugendfeuerwehr waren von den Erfindern des Übungsszenarios, Dirk Meyer-Jürgens von der Löschgruppe Oberaden und Ulrich Sander von der befreundeten Gruppe Niederaden, versteckt worden: auf einem Gabelstapler, im Toilettenraum oder auf der Empore in der Halle. „Es ist typisch, dass sich die Leute vor Feuer und Qualm verstecken“, erklärte Dirk Meyer-Jürgens, warum sie es den Kameraden schwer gemacht hatten. Vivien Meyer saß am Steuer eines Fahrzeugs und wartete auf ihre Rettung, die schnell kam.

„Unser Plan, dass Abschnitte gebildet werden und jede Löschgruppe einen davon übernimmt, ist aufgegangen“, freuten sich Meyer-Jürgens und Sander über die gelungene Übung. „Die Kameraden haben zwar andere Wege gefunden als die, die wir uns ausgedacht hatten, aber das macht ja nichts“, sagte Meyer-Jürgens. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, bilanzierte auch Sander.

Die Wehrleute selbst gingen bei der abschließenden Einsatzbesprechung wesentlich härter mit sich ins Gericht. Zuständigkeiten hätten noch besser geklärt, die Verantwortung auf mehreren Schultern verteilt und die Pläne hinsichtlich der Details noch intensiver ausgewertet werden können. Doch diese Form der Selbstkritik diente nur einem Zweck: Im Ernstfall noch besser und schneller zu sein. So wurden vor allem zwei Dinge von den Wehrleuten besonders beachtet: Zum einen war im Zuge der Übung aufgefallen, dass die Kommunikation von einer Seite der Halle zu anderen ohne direkten Sichtkontakt schlecht war und die Funkverbindung zu den Trupps im Inneren des Gebäudes streckenweise ganz abbrach. Zum anderen hätte im Ernstfall die Wasserversorgung durch eine weitere Löschgruppe sichergestellt werden müssen, weil die vorhandenen Hydranten an schwachen Leitungen liegen und die nächste starke Leitung einige hundert Meter weit entfernt ist. (Quelle:Westfälischer Anzeiger - tat)