Wolfgang Lantin beendet aktive Feuerwehrkarriere

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20150320 abschied wolfgang lantin Seit 50 Jahren prägt die Freiwillige Feuerwehr das Leben von Wolfgang Lantin (Bild Mitte). Alles begann 1965 mit der Jugendfeuerwehr in Heil, später wechselte er zu den aktiven Brandbekämpfern. Seit 2003 gehört er zur Bergkamener Feuerwehrführung. Beim Kameradschaftsabend der Freiwilligen Feuerwehr heute Abend wird er allerdings verabschiedet.

„Das wird mir wirklich schwer fallen“, sagt Feuerwehrchef Dietmar Luft, der den Akt vornehmen muss. „Wir waren so lange ein Team.“ Es ist ein Abschied auf Raten. Im Dezember wird Wolfgang Lantin 63 Jahre alt. Dann muss er die aktive Wehr komplett verlassen.

Lantin stammt aus Heil. Durch seine Schul- und Spielkameraden, die 1965 in die neugegründete Heiler Jugendfeuerwehr gingen, kam auch Lantin zur Feuerwehr – und die Löschgruppe Heil wurde seine Heimat. „Ich habe sogar 17 Jahre lang im Gerätehaus gewohnt“, erzählt er schmunzelnd. Damals, als es in dem Haus an der Nördlichen Lippestraße noch die Wohnung gab, die auch jeder andere hätte mieten können.

Lantin ist kein Mann vieler Worte. Er ist eher der zupackende, organisierende Mann im Hintergrund. „Er war schon relativ früh ein hochqualifizierter Feuerwehrmann“, erinnert sich Gerd Miller, der von 1989 bis 2001 Wehrführer war. „Ich war immer froh, ihn an meiner Seite zu wissen. Man verlässt sich ja auf die Kameraden.“ Auch Luft beschreibt Lantin als „loyal und zuverlässig“.

An seine Zeit in der Jugendfeuerwehr, wo es noch Schnitzeljagden und Donnerbalken gab, denkt Lantin gern zurück. Später übernahm er sogar die Leitung der Jugendgruppe. Auch in der aktiven Wehr erklomm er die Sprossen der Karriereleiter. Schnell wurde er stellvertretender Löschgruppenführer. Dass er nach Rünthe umzog, änderte nichts daran. Einmal ein Heiler, immer ein Heiler. „Mit den Rünthern bin ich nie gefahren. Ich gehörte immer zur Löschgruppe Heil“, sagt Lantin.

Nach dem tragischen Tod des Heiler Löschgruppenführers bei einem Lawinenunglück in Tirol rückte Lantin 1999 ganz an die Spitze seiner Löschgruppe. Doch schnell stellte sich heraus, dass nicht nur die Heiler Kameraden hinter ihm standen, sondern die gesamte Bergkamener Feuerwehr. 2001 fiel die Wahl für den stellvertretenden Feuerwehrchef auf ihn. „Er hatte wirklich die Rückendeckung aller Löschgruppen“, erinnert sich Gerd Miller. „Dass der stellvertretende Wehrführer aus der kleinsten Löschgruppe kommt, ist schon ein deutliches Zeichen, dass die ganze Stadt hinter ihm stand.“

Gemeinsam mit Dietmar Luft, der zur gleichen Zeit von Miller das Amt des Wehrführers übernahm, und Dieter Dettmar bildete Lantin im neuen Jahrtausend die Wehrführung. „Mir fehlte aber noch eine Qualifikation, weshalb ich das Amt zwei Jahre kommissarisch ausführte und in der Zeit die Lehrgänge absolvierte“, erinnert sich Lantin. Ob Verbandsführung, Stabsarbeit oder Verwaltungsaufgaben: Die Nachweise waren nur Formsache, für die Ehrenbeamtenschaft aber Voraussetzung. Die trat Lantin dann 2003 an und wurde 2009 für weitere sechs Jahre wiedergewählt.

In der Wehrführung spezialisierte sich Lantin auf das Ausbildungs- und Lehrgangswesen – und sorgt bis heute dafür, dass die Mannschaften über das notwendige Know How und mehr verfügen. Auf Standortebene arbeitet er die Lehrgangsinhalte aus, sucht die Ausbilder, die ihn bei der Vermittlung des Wissens unterstützen und organisiert das gesamte Programm bis hin zur Verpflegung. Er hält den Kontakt zu Kreisbrandmeister Ulrich Peukmann, der Lehrgänge auf Kreisebene anbietet und hat im Blick, was das Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen anbietet.

Auch der Stand der Technik muss im Blick behalten werden, damit die Kameraden mit den Gerätschaften bestmöglich umgehen können. „Jede Löschgruppe muss zum Beispiel die Führerscheine bekommen, die sie für die Fahrzeuge braucht“, verdeutlicht Lantin.

„Der Zeitaufwand, der dabei entsteht, ist nicht schlecht“, beschreibt Lantin seinen Job. Denn Einsätze als Wehrleitung, regelmäßige Termine mit der Stadtverwaltung und Absprachen mit dem Wehrleitungsteam kommen noch dazu. „Einmal am Tag telefonieren wir bestimmt“, sagt Lantin. „Zu Dietmar Luft ist eine wahre Freundschaft entstanden.“ Auch an die zwölf Jahre, in denen Dieter Dettmar die Wehrführung komplettierte, denkt Lantin gern. „Wir waren mehr als ein Team.“

Und auch wenn Wolfgang Lantin bald den Einsatzhelm an den Nagel hängen wird: An den Freundschaften, die in seiner aktiven Zeit geschlossen wurden, wird das nicht rütteln. Lediglich für lange Spaziergänge mit seinem Hund Joker wird Wolfgang Lantin dann mehr Zeit haben. (Quelle: Westfälischer Anzeigen - tat)