Viele Einsätze im Jahr 2014 für Weddinghofen

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Es ist ihr Hobby, für dass sie mehr als nur ihre Freizeit opfern. „Wir machen das sehr gerne, aber wenn wir rausfahren, ist der Bürger in Not“, sagte Peter Budde, Löschgruppenführer in Weddinghofen am Samstagabend bei der Jahresdienstbesprechung im Gerätehaus am Häupenweg.

139 Mal rückten die 37 Feuerwehrmänner und drei Feuerwehrfrauen im vergangenen Jahr aus, ohne An- und Abfahrt, Reinigen der Gerätschaften und Waschen waren die Wehrleute 122 Stunden im Einsatz. Rechnerisch also mehr als fünf Tage.

Die meisten Unglücke hatten ein glimpfliches Ende, einige aber nicht. Vier Einsätze werden der Löschgruppe besonders in Erinnerung bleiben: Der Sturmeinsatz in Lünen-Brambauer am 10. Juni, die Stunden im Starkregen am 18. September, der Aldi-Großbrand am 3. Oktober und vor allem der tödliche Unfall zweier junger Männer auf der Erich-Ollenhauer-Straße am 20. Juli. Als Wehrführer Dietmar Luft Fotos des Unfallwagens zeigte, verstummte jedes Geflüster. Ein Großteil der Anwesenden hatte weitere Bilder im Kopf, erinnerte sich an die Crashrettung, an die sechs Notfallseelsorger, die vor Ort waren, und daran, dass die Todesnachricht zwei Elternteilen an der Unglücksstelle überbracht werden musste. „Die Feuerwehr hat einen hervorragenden Job gemacht. Vor dem, was ihr gemacht habt, vor allem ihr jungen Leute, ziehe ich den Hut“, sagte Luft unter dem Applaus der fördernden Mitglieder und geladenen Gäste. „Ich werde immer wieder gerne mit Euch zusammenarbeiten.“

In der Nacht des Hochwassers saß Luft ebenfalls im Weddinghofer Gerätehaus und koordinierte mit seinem Team von hier aus die Einsatzkräfte an den unterschiedlichsten Stellen. Weddinghofen war in dieser Nacht weniger vom Wasser betroffen als die anderen Ortsteile und so sorgte die Weddinghofer Wehr in dieser Nacht für den Grundschutz – und musste tatsächlich zu einem Brand am Häupenweg in Oberaden ausrücken.

28 Termine gab es im vergangenen Jahr für Übungen, Zugdienste, Zugübungen, Unterrichtsdienste, kameradschaftliche Veranstaltungen und Sonderdienste.

Höhepunkt waren aber weder Teilnahmen am Berlin-Marathon oder am Silvesterlauf Werl-Soest, sondern das 1. Weddinghofer Dorfabitur, das die Löschgruppe ausgerichtet hatte. Mit Fotos bewies der stellvertretende Löschgruppenführer Ralf Bartsch, wie viel Spaß alle Beteiligten dort gehabt hatten. Eine Neuauflage wird es im kommenden Jahr geben: am 28. August 2016.

Für dieses gesellschaftliche Engagement danke auch Bürgermeister Roland Schäfer den Kameraden. „Sie setzen sich für den fördernden und sozialen Zusammenhalt im Ortsteil ein.“ Und dass, obwohl die Wehrleute alles ehrenamtlich leisteten und ihr Privatleben ohnehin ständig zurückstellten, damit die Bergkamener sich sicher fühlen könnten.

Um diese Aufgaben gut erfüllen zu können, bildeten sich viele Wehrleute mit Lehrgängen fort - ob Motorkettensägen, Drehleiter-Maschinist, Funken, Truppführung, der Umgang mit der Wärmebildkamera oder Öffentlichkeitsarbeit.

Entsprechende Gründe gab es für Beförderungen: Berthold Boden ist nun Hauptbrandmeister, Andreas Heer Brandmeister, Jan Lipinski Unterbrandmeister, Jürgen Birk, Tobias Birk und Dennis Schubert Oberfeuerwehrmänner, Kerstin Deppe ist Feuerwehrfrau und Marcel Berg, Adrian Bussek, Tomasz Grojec, Marcel Klahold, Max Matthies sowie Hakan Ergül sind Feuerwehrmänner. Zu Feuerwehranwärtern ernannte die Wehrführung Mathias Krause und Dennis Schade.

Für 50-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr wurden Jürgen Lenz, Friedhelm Heer und Thomas Günther vom Verband der Feuerwehren Nordrhein-Westfalen mit dem Verdienstabzeichen und einer Ehrenurkunde ausgezeichnet.

Besonderen Applaus gab es für Ramazan Özcelik. Der hatte sich im vergangenen Jahr dafür entschieden, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Herkunft, Glaube und Nationalität, so betonte Wehrführer Dietmar Luft, spiele in der Feuerwehr aber keine Rolle. „Wir stehen für internationale Vielfalt. Wir sind froh über jeden, der Dienst für die Feuerwehr leistet.“ Denn: „Es ist völlig egal, wer hilft, Hauptsache, es wird geholfen.“ Das, so Luft, sollte auch mal in die Köpfe von Pegida von Co.“ - tat