Der Feuerwehr fehlt ein Löschfahrzeug

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Einen dringenden Appell setzte Bergkamens Feuerwehrchef Dietmar Luft bei der Jahresdienstbesprechung der Löschgruppe Oberaden ab: „Wir brauchen die Unterstützung aller, die uns helfen können“, sagte der Stadtbrandinspektor. Luft möchte ein neues Feuerwehrfahrzeug für Bergkamen – und das aus gutem Grund: Ein defektes soll ersetzt werden.

„Wir sind Mitglied im Verbund 5, der aus den Feuerwehren des gesamten Kreises Unna, Hamm und Soest besteht“, erläuterte der Feuerwehrchef. Das bedeutet, in Bereitschaft zu sein, wenn irgendwo überörtliche Hilfe benötigt und angefordert wird. Daher war es für die Bergkamener selbstverständlich, an Pfingsten 2014 auszurücken, als ein schweres Unwetter für unzählige Schäden im Ruhrgebiet gesorgt hatte. Das nötige Equipment nahmen die Wehrleute aus Bergkamen mit. „Die Zusammenarbeit mit den Kollegen vor Ort klappte hervorragend“, schilderte Luft, „doch das LF16TS, das Löschfahrzeug der Löschgruppe Mitte, blieb dabei auf der Strecke.“ Auf dem Rückweg blieb das Feuerwehrauto liegen. „Wirtschaftlicher Totalschaden“, erklärte der Feuerwehrchef.

Auch wenn das Fahrzeug jetzt natürlich fehlt, ist der Brandschutz in Bergkamen nach wie vor sichergestellt. „Sonst wären wir auch verpflichtet, ein neues zu beschaffen“, betont Heiko Brüggenthies, bei der Stadtverwaltung Sachgebietsleiter für Ordnungsangelegenheiten und Feuerwehr. „Das defekte Fahrzeug hatten wir zusätzlich.“ Und weil das LF16TS darüber hinaus ein Fahrzeug des Bundes und nicht der Stadt gewesen war, ist die Stadtverwaltung an Ersatzbeschaffungsmaßnahmen nicht beteiligt.

Nichtsdestotrotz unterstützt die Verwaltung den Appell von Dietmar Luft. Ob Schnee, Hochwasser oder Stürme – nach wie vor ist die Bergkamener Wehr gefordert, wenn der Verbund 5 alarmiert wird. „Dann sind wir verpflichtet, Fahrzeug, Besatzung und Material zu stellen“, erläutert Brüggen thies. Deshalb wurden Fahrzeuge aus den eigenen Reihen auch sofort dem Katastrophenschutz beziehungsweise der Großschadenslage gewidmet. „Das erste Fahrzeug ist das LF10 aus Oberaden, das zweite das LF10 aus Overberge“, erklärt Luft. „Die Feuerwehr merkt deutlich, wie sehr das zusätzliche Fahrzeug geholfen hat. Ein Ersatz wäre wirklich wichtig“, unterstützt Brüggenthies den Feuerwehrchef.

Der Bund hat im November die Mittel für den ergänzenden Katastrophenschutz in diesem Jahr um fünf Millionen Euro aufgestockt. Geld, von dem Fahrzeuge angeschafft werden sollen. „Ein Feuerwehrfahrzeug bitte nach Bergkamen“, sagt Dietmar Luft inbrünstig. Denn die Alternative ist keine wirkliche: „Wir hätten den Verbund 5 verlassen können“, nennt Luft die Möglichkeit beim Namen – und erinnert kurz darauf an das Jahrhunderthochwasser in Bergkamen: „Die Kameraden aus Lünen, Bönen, Kamen, Werne und das THW standen uns sofort zur Seite. Ohne die wären wir jämmerlich untergegangen.“ (Quelle: WA-Online)